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Die Korallenbleiche

 

Korallen bestehen aus winzig kleinen Polypen und können nur in einem Temperaturbereich von 20 – 30 Grad Celsius existieren. In diesem Temperaturbereich gehen die Korallen eine lebensnotwendige Symbiose mit „Zooanthellen“ (eine Algenform) ein und der Polyp erhält seine Färbung. Diese Algen reagieren sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen und werden durch erhöhte oder schnell abfallende Temperaturen in eine Stresssituation versetzt – die Algen produzieren giftige Moleküle, den Polypen fehlt die Nahrung und die Kalkproduktion wir eingestellt. Der Polyp verliert dadurch seine Farbe und die Koralle stirbt ab.

 

Korallenriffe funktionieren als Wellenbrecher, Zuhause für unzählige Meerestiere und produzieren für uns lebensnotwendigen Sauerstoff. Globale Erwärmung, Überfischung, Verschmutzung und Tourismus haben in den letzten 30 Jahren dazu geführt, dass ca. 40% der Korallen weltweit ausgestorben sind.

 

Die erste große Korallenbleibe wurde 1987 aufgezeichnet und hat Gebiete am Great Barrier Reef in Australien, Malediven, Fidschi-Inseln und den Bahamas betroffen. 

Die nächste große Bleiche 1998 hat ein Massensterben der Korallenriffe rund um die Welt verursacht. Die Wassertemperatur lag in einigen Gebieten 1-3 Grad Celsius über Monate hinweg über den Durchschnitt – auf den Malediven bleichten über 98% aller Korallen. 

 

 

Grafikquelle: xl catlin seaview survey

 

Great Barrier Reef – Das Weltnaturerbe

 Die berühmten Korallenriffe Australiens erstrecken sich über 2300 Kilometer und dehnen sich mit 600 Koralleninseln und 3000 Einzelriffen über 345.000 Quadratkilometer aus. Die Riffe leiden mittlerweile unter der vierten Bleiche und die Hoffnung auf eine Genesung der Riffe wird schwindet von Tag zu Tag. Studien zufolge könnte das Riffsystem und Naturwunder Australiens in der Zukunft alle 2 Jahre eine Korallenbleibe erleiden, das Todesurteil für das Naturerbe. 

 

In der Vergangenheit vergingen im Durchschnitt 25 – 30 Jahre zwischen zwei Korallenbleichen, heutzutage erscheinen Bleichen alle 4 – 5 Jahre.

Die Prognose für 2030 ist erschütternd – Statistiken zufolge sollen Korallenbleichen in einem Abstand von 2 Jahren oder kürzer auf Korallenriffe weltweit treffen. Leider viel zu wenig Zeit für eine Erholung der Riffe… 

 

Grafikquelle: WWF Deutschland

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