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The Ocean Cleanup Project

Die Umweltverschmutzung durch Plastik ist gewaltig. Wir alle kennen die gigantischen Plastikinseln und Plastikstrudel, die in unseren Weltmeeren treiben. 2013 hatte der damals 18-jährige Boyan Slat das Unternehmen gegründet. Eine große Hoffnung im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Weltmeeren.

 

Wie alles begann

The Ocean Cleanup ist ein Projekt des 1994 geborenen Niederländers und Studenten der Luft- und Raumfahrttechnik Boyan Slat aus Delft, den Plastikmüll in den Ozeanen einzusammeln. An der Machbarkeitsstudie haben rund 100 Forscher gearbeitet und bewiesen, dass sich ein derartiges Projekt lohnend sei. Unbeteiligte Experten zweifelten dagegen an den Angaben der Initiative und am Nutzen des Projekts. 

Nach mehreren Rückschlägen vergangenen Jahrs geht es nun doch weiter. Der Prototyp war 2018 nur zweieinhalb Monate im Einsatz und musste aufgrund technischer Probleme und einer zusätzlichen Panne Ende Dezember die Mission abbrechen.

Die Testphase mit dem verbesserten System 001/B ist abgeschlossen. Seit August 2019 ist das Ocean Cleanup Team wieder unterwegs und sammelt Müll.

 

Das Plastikzeitalter

Plastik ist extrem langlebig, leicht, günstig und dadurch einfach praktisch. Seit den 1950er Jahren wurden 8.300 Milliarden Tonnen Plastik erzeugt. Seit den 1960er Jahren bis zum Jahr 2015 hat sich die weltweite Kunststoffproduktion verzwanzigfacht! Weltweit produzieren wir insgesamt 322 Millionen Tonnen Plastik – Tendenz leider steigend.

1,8 Billionen Plastikteile treiben an der Oberfläche des Great Pacific Garbage Patch (deutsch: "Großer Pazifischer Müllteppich") und ist somit der größte Plastikmüllteppich im pazifischen Ozean. Mit einer Größe von über 1,6 Million Quadratkilometer hat die "Müllinsel" gigantische Ausmaße erreicht. Umgerechnet schwimmen laut den Hochrechnungen der Forscher knapp 80.000 Tonnen Müll im Wasser und davon bestehen 99.9% aus Kunststoff. 

 

Die folgende Grafik zeigt die Müllbelastung im Jahr 1962 und 2018 in Kilogramm Müll je Quadratkilometer (kg/km²):

Grafik: Ocean Cleanup Foundation

 

Ocean Cleanup Technologie

Das Ocean Cleanup Projekt ist das bekannteste Meeressäuberungsprojekt der Welt. Ich erkläre dir kurz die Funktionsweise:

 

Mit einer Art riesigem Rechen wird der Plastikmüll aus dem Pazifik gefischt. Die schwimmende Konstruktion sammelt den Müll der an der Wasseroberfläche treibt. Ein 700 Meter langes Kunststoffrohr dient als eine Art Vorhang der im Wasser schwimmt. Die natürliche Strömung biegt den „Vorhang“ in eine U-Form und sammelt dadurch den Plastikmüll ein. Das Plastik wird mit einem Schiff an Land transportiert, recycelt und für langlebige Produkte wiederverwendet. Für Meeresbewohner ist dieses Verfahren ungefährlich.

 

System 001/B – Redesign

Gerhard Herndl, Meeresbiologe an der Universität Wien und im wissenschaftlichen Beirat, erklärt in einem Interview die Schwächen des ersten Prototyps: Aufgrund der Strömung ist die Müllfalle zu schnell geschwommen und hat teilweise eingefangenen Müll wieder ausgeschwemmt. Seit Jänner 2019 wird deshalb intensiv an einem Redesign gearbeitet.

Ein fallschirmähnlicher Treibanker in zehn bis 20 Meter Tiefe stabilisiert das System und verhindert das ausschwemmen von Plastikmüll. Das Herzstück des Projekts, das Kunststoffrohr, wird zusätzlich mit einer Korkwand geschützt.

 

Interceptor – Ein Roboterschiff sammelt Müll

Die neueste Entwicklung vom Ocean Cleanup Team ist der sogenannte Interceptor, was auf Deutsch so viel wie Auffangkanal oder auch Abfangjäger bedeutet. Der Interceptor ist ein autonomes, mit Solarzellen betriebenes Robotorschiff mit der Aufgabe Müll aus dem Meer und auch aus Flüssen zu sammeln.

 

Grafik: Ocean Cleanup Foundation

 

Das Roboterschiff ähnelt einem Katamaran, zwischen dessen Rümpfen ein Förderband aus Drahtmaschen an der Wasseroberfläche treibenden Müll abschöpft. Schwimmende Barrieren zwischen dem Ufer und dem Ankerpunkt des Interceptors sorgen dafür, dass auch Müllteile, welche sonst nicht auf das Förderband treiben, von der Strömung dort hingetragen werden. Bis 2025 wollen die Erfinder tausende verschmutzten Flüsse der Welt auf diese Art von Plastikmüll befreien.

 

Wie gut der schwimmende Sammelroboter mit den schwierigen Bedingungen in Küstennähe zurechtkommen wird, wie z.B. mit den Gezeiten, variierenden Pegelständen und hohen Fließgeschwindigkeiten, steht noch nicht fest. 

 

Grafik: Ocean Cleanup Foundation

 

 

Ein Allheilmittel ist die neue Erfindung sicher nicht. Jedoch verhindert der Interceptor das noch mehr Plastikmüll in unsere Ozeane treibt und schafft somit wieder Hoffnung für weniger Umweltverschmutzung.


Über den Autor

Christoph Buchinger ist Gründer und Blogger des EnergiesparBlogs. Klimawandel, Ressourcenmangel und Verschwendung sind Schlagwörter die uns jeden Tag betreffen – In Zukunft vielleicht noch mehr als je zu vor. Deshalb beschäftigt er sich im EnergiesparBlog mit den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien.


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