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Der Vaquita

 

Der kalifornische Schweinswal – Vaquita – ist mit einer maximalen Länge von 150 cm und einem Gewicht von rund 50 Kilogramm eine der kleineren Walarten. Er bewohnt den Golf von Mexiko und zählt zu einem der bedrohtesten Tierarten überhaupt. 

Mit einem Bestand von 500 Tieren in 1993, 200 Tieren in 2012, 100 Tieren in 2015 und 30 Tieren in 2016 wird die Population zum jetzigen Zeitpunkt auf ca. 10 – 15 Tiere geschätzt. 

 

Das Schicksal des Vaquitas ist stark mit einem anderen Fisch verbunden. -der Totoaba. Er teilt sich seinen Lebensraum mit dem der Vaquitas und wird seit langer Zeit intensiv gejagt. Der Totoaba ähnelt sehr stark dem Seebarsch und wird alleine wegen seiner Schwimmblase gejagt und getötet. Totoaba Schwimmblasen werden in China als Heilmittel, Statussymbol, Geldanlage und Wundermittel angesehen und diese Schwimmblasen werden locker um 100.000$ pro Kilogramm verkauft.

 

Der kommerzielle Fischfang reduzierte die Population so stark, dass der Totoaba seit 1975 unter Schutz steht,1993 der obere Golf von Mexiko als Biosphärenreservat erklärt wurde, 2005 eine Schutzzone für Vaquitas eingerichtet wurde und 2015 in ganz Mexiko Fischfang mit Treibnetzen verboten wurde.  

 

Mit der massiven Totoaba Befischung einher ging ein sehr hoher Beifang an Vaquitas was den Bestand in ein Minimum reduzierte. 

Trotz Schutz und Fangverbot wird auch heute noch massiv nach den goldenen Schwimmblasen gefischt und das Leben der letzten verbliebenen Vaquitas ausgelöscht. 

2013 haben mexikanische Behörden Schwimmblasen im Wert von 2.25$ Millionen beschlagnahmt und nicht ohne Grund wird sie auch „Kokain des Meeres genannt“. 

 

Für mexikanische Drogenkartelle und chinesische Mafia eine Win-Win Situation – die illegale Fischerei und der Verkauf von Schwimmblasen am Schwarzmarkt bringt höhere Gewinne und viel weniger Risiken als Drogengeschäfte über verschiedene Länder hinweg zu erledigen. 

 

Das Rettungsprojekt VaquitaCPR 2017 ist leider nach kurzer Zeit gescheitert. Ziel war es, möglichst viele Vaquiats einzufangen um sie in Gefangenschaft vor der Totoaba Fischerei zu schützen. Der erste Wal der gefangen wurde, ein Jungtier, musste nach kurzer Zeit wegen Panik wieder freigelassen werden. Der zweite Wal starb in Obhut der Forscher an Stress, danach wurde das Projekt abgebrochen.

 

Sea Shepherd und andere Artenschützer sind ständig im Golf von Mexiko unterwegs um illegale Fischerei zu stoppen und Treib- und Kiemennetze aus dem Wasser zu ziehen, jedes gerettete Tier ist ein Erfolgserlebnis. 

 

Eine absolut empfehlenswerte Dokumentation zu diesem Thema läuft seit September in vielen Kinos – Sea of Shadows !


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