· 

Was ist Überfischung?

 

Fisch ist ein Massenprodukt geworden, er ist ja schließlich gesund. Egal ob im Edelrestaurant, in der Imbissbude oder tiefgekühlt – man bekommt ihn fast überall auf der Welt. Die Nachfrage steigt ständig und es werden weltweit über 80 Millionen Tonnen pro Jahr gefangen. 80 Millionen Tonnen!!! 

 

Aussagen wie „Wir essen das Meer leer“ „Das Meer wird ausgebeutet“ „Überfischung ist eine Bedrohung“ liest und hört man oft, aber was ist mit Überfischung eigentlich gemeint?

 

Überfischung liegt vor, wenn dauerhaft mehr Fisch gefangen wird als durch natürliche Vermehrung wieder “nachproduziert” wird, die Nahrungskette wird gestört und die natürliche Zusammensetzung verändert. Uber 70% der Fischbestände weltweit sind überfischt und werden regelrecht ausgebeutet. 

Riesige Mengen an Fisch werden jeden Tag aus unseren Ozeanen gefischt, eine Menge die in keiner Weise durch die übriggebliebenen Fische ausgeglichen werden kann. Zahlreiche Fischbestände stehen vor dem Zusammenbruch und sind vom Aussterben bedroht. Doch die Jagd nimmt kein Ende. Die Fischindustrie setzt heut zu Tage auf professionelle High-Tech Ausrüstung wie digitale Karten, Hubschrauber und 3D-Sonar wodurch große Fischschwärme geortet werden und den größten Gewinn für den Fänger ermöglichen. 

 

In den vergangenen Jahren sind zwar strengere Schutzmaßnahmen in Kraft getreten, jedoch werden unsere Meere immer noch durch illegales fischen, schlechte Regelungen und brutalen Methoden ausgeplündert. 

Es gibt unzählige Schiffe die keine Genehmigung für Fischfang besitzen und trotzdem Unmengen an Meerestieren Tag für Tag aus unseren Ozeanen fischen. Der Fang wird am Schwarzmarkt verkauft und landet schlussendlich auf unseren Tellern.  

Normalerweise ist eine Genehmigung mit einer begrenzten Stückzahl oder einem Gewichtslimit beschränkt, leider werden diese Regeln selten beachtet und es wird unter dem Motto „Umso mehr, umso besser“ erbeutet.

In vielen Regionen der Welt gibt es auch heute noch keine klaren Regulierungen zum Thema Fischfang - die Lücke im Gesetz wird ausgenutzt und leistet ihren Beitrag zur weltweiten Überfischung. 

 

Fischen mit Dynamit ist in vielen Ländern mittlerweile verboten, wird aber dennoch in manchen Regionen angewendet, hauptsächlich mit selbst gebauten Bomben. Diese Bomben werden ins Meer geworfen, explodieren und tote Fische treiben an der Oberfläche und müssen nur noch eingesammelt werden. Leider werden bei dieser Methode nicht nur Meereslebewesen getötet, sondern auch Korallenriffe für immer zerstört.

  

Beifang, vor allem bei Treibnetzen (Netze des Todes) ist auch heutzutage noch ein weltweites Problem. Tausende Kilometer an Netzen und Leinen werden von Schiffen ins Meer geworfen und alles was sich in den Netzen verfängt oder zu groß ist, bleibt hängen und wird mit an Bord gezogen. Delphine, Haie und Schildkröten werden dadurch entweder schwer verletzt oder getötet. Schleppnetze werden mit Blei oder dergleichen beschwert und am Grund entlang gezogen um auch Tiere die im Sand leben einzufangen, alles was im Weg ist wird zerstört.

 

Ist ein Ende in Sicht? Die traurige Antwort auf diese Frage ist wohl nein.

Nichtsdestotrotz kann jeder von uns dazu beitragen, dass die Nachfrage sinkt und somit der Überfischung entgegengewirkt wird. 

 

 

In meinen nächsten Artikeln werde ich genauer darauf eingehen auf was ihr beim Fisch-Kauf und in Restaurants bei dem Konsum von Meeresfrüchten achten könnt - also bleibt dran :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0